Tag 1: Das Abenteuer beginnt

Da habe ich mir ganz schon was vorgenommen, habe ich gestern mehrfach über den Tag hinweg gedacht. Nicht nur, dass wir eigentlich noch gar kein Frühlingswetter haben und mir am Morgen in Duisburg die Finger beinahe abgefroren wären (die Handschuhe hatte ich nämlich, klugerweise, zu Hause vergessen).

Auch die Akku-Leistung meines Segways hat bei der Kälte und dem Gewicht durch mein Zusatzgepäck wider Erwarten deutlich abgenommen. Naja, auf das Wetter hat man leider keinen Einfluss. Zum Glück hat es den Tag über nicht geregnet.

Aber ich fange am Besten mal vom Anfang zu berichten an: Um 4.30 Uhr gestern Morgen hieß es: Aufstehen und den Segway und das Reisegepäck vorbereiten. Zum Glück wohne ich direkt am Bahnhof Krefeld Forsthaus, so dass ich recht bequem um 5.53 Uhr die Regionalbahn zum Duisburger Hauptbahnhof nehmen konnte.

Beim Einladen in den Zug ist mir allerdings aufgefallen, dass ich mehr als das sonst übliche Gepäck auf dem Segway verladen hatte. In Duisburg angekommen, bin ich nicht direkt in den Ruhrorter Hafen und zu meinem geplanten Tour-Ausgangspunkt gefahren.

Im Rahmen der “RUHR.2010” hat am Sonntag eine über das gesamte Ruhrgebiet verteilte, mehrwöchige Aktion unter dem Namen “Design-Kiosk” begonnen. Hierbei handelt es sich um ausgesuchte Kioske, oder ‘Verkaufshallen’ wie manche zu sagen pflegen, die besondere, von 30 Designern speziell hierfür produzierte Artikel, exklusiv an dem jeweiligen Kiosk zum Kauf anbieten (www.designkiosk-ruhr.de).

Da der “Design-Kiosk” auf dem Pulverweg in Duisburg auf meinem Weg Richtung Ruhrorter Hafen lag und ich noch nicht gefrühstückt hatte, bot es sich an, dort einen kurzen Stop einzulegen. Helga, die Verkäuferin im Kiosk, erklärte mir, dass sie selbst überrascht gewesen sei, wie viele Leute seit Sonntagmorgen speziell wegen der Design-Kiosk-Aktion im Kiosk vorbeigekommen waren und Objekte gekauft haben.

Mit den notwendigen Kohlenhydraten und genug Kaffee ausgestattet, bin ich von dort direkt zur Landmarke ‘Rheinorange’ an der Mündung der Ruhr in den Rhein gefahren. Die 25 Meter hohe, sieben Meter breite und ein Meter tiefe, orange gestrichene Stahl-Skulptur am Rheinufer wirkt gewaltig, wenn man direkt davor steht.

Das war er nun, der Ausgangspunkt für eine improvisierte Fünf-Tage-Kanal-Reise von Duisburg nach Hamburg. Jetzt gab es kein Zurück mehr! Also los: Von der Ruhrmündung zum an dieser Stelle parallel verlaufenden Rhein-Herne-Kanal und auf den öffentlichen Straßen und Fahrradwegen durch das Duisburger Hafengebiet, an der Schleuse “Duisburg Meiderich” vorbei in Richtung Oberhausen.
Die erste halbe Stunde habe ich nicht einen Menschen auf den Radwegen oder ein Schiff auf dem Wasser gesehen. Nach über zwei Stunden stehender Fahrt auf dem Segway, an der Schleuse Oberhausen, dem Stadion Niederrhein und am Schloss Oberhausen vorbei, bin ich um kurz vor elf am Gasometer in Oberhausen angekommen. Zuletzt war ich hier vor fünf Jahren.
Coole Sache: Mittlerweile hat direkt neben dem Gasometer ein cleverer und kreativer Unternehmer einen Hochseilgarten mit den unterschiedlichsten Schwierigkeitsstufen eingerichtet. Recht praktisch, dass hier geöffnet war und ich meinen Segway an deren Steckdose anschließen konnte – der Gasometer hat nämlich Montags geschlossen.

Hier im Kletterwald war richtig was los. Eine Horde Schüler eroberte (unter spezieller Absicherung) die Bäume und hangelte sich, unter lautem Gekreische, wie Affen entlang der gespannten Drahtseile. Ich selbst habe mir diesen Höhenrausch für einen Extrabesuch in den nächsten Wochen aufgespart.
Vom Hochseilgarten aus bin ich direkt zum nächsten Pit-Stop, dem B&B Hotel am Oberhausener Centro, gefahren, um ohne laute Nebengeräusche meine Bilder zu selektieren und Facebook und Twitter für die weitere Fahrt vorzubereiten.

Die Eigentümer des Hotels hatten zum Glück keine Probleme damit, dass mein Segway zur Stromversorgung direkt an der Rezeption geparkt werden musste. Um 16.40 Uhr habe ich dann schließlich beschlossen, die warme Hotellobby gegen die kühle Nachmittagsluft einzutauschen und weiter Richtung Essen zu fahren.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Planer des Emscherpark-Radweges ruhig ein paar Metallschilder mehr hätten aufstellen können: 3 mal habe ich mich auf dieser Strecke mangels notwendiger Streckenschilder verfahren. Manche Wege waren, ähnlich der Straßenbeschaffenheit in vielen Städten, ebenfalls in miserablem Zustand.
Nach gemächlicher Fahrt mit einigen Pausen an diversen Kiosken und kleinen Pizzerien im Essener und Gelsenkirchener Norden bin ich gegen 22.20 Uhr beim McDonalds meines Vertrauens in Gelsenkirchen Heßler angekommen. Kurzerhand habe ich ihn zu McTanke umfunktioniert und für die nächsten drei Stunden mein Basislager dort eingerichtet.

Ich bin ein wenig geplättet, aber alles in allem recht zuversichtlich für die nächsten Etappen, frei nach dem Motto: “Was einen nicht umbringt, macht einen hart.”

Bis Morgen.

Euer Seggy

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